Kolping und Politik

Im Jahr 2018 haben die Bürgerinnen und Bürger die Wahl. Nicht nur die Zusammensetzung des Bundestages wurde 2017 im Herbst neu bestimmt, sondern auch auf Landesebene werben jetzt Politiker/-innen und Parteien um die Stimmen der Bevölkerung. Gerade die Landtagswahl und die Bezirkstagwahlen haben für den föderalen Charakter unserer Demokratie in Deutschland einen hohen Stellenwert.

Umso bedauerlich und für eine gesunde Demokratie existenzgefährdend ist es, wenn Bürgerinnen und Bürger in unserem Land nicht wählen gehen. Immer wieder richtet man sich vor Wahlen auf eine ganz besondere Gruppe ein – die stets große Anzahl der „Nichtwähler“. Der sog. Nichtwähler bleibt aus ganz unterschiedlichen Gründen an den Wahltagen der Wahlurne fern, letztlich überlassen diese Menschen anderen die Entscheidung und damit auch die Verantwortung.

Dieses Verhalten steht völlig konträr zu Kolping und seinem Werk. Kolpingleute können in einem demokratischen Staat der auf Recht und Gesetz und Gewaltenteilung aufgebaut ist gar nicht nichtwählen. Zugegeben kann man manchmal im politischen Alltag das Gefühl bekommen, dass keine noch so farbig zusammengesetzte Koalitionskonstruktion die aktuellen Problemlagen zur Zufriedenheit aller lösen kann. Dennoch steckt es in den Kolpingbrüdern und Kolpingschwestern tief innen, dass es immer noch besser sei, eine Wahl des geringeren Übels zu treffen als gar keine Wahl. Letztlich ist es uns allen bewusst, dass Politik immer nur die Kunst des Machbaren ist und Entscheidungen meist über Kompromisse zum Wohle aller gefällt werden müssen.

Aus diesem Grund startet Kolping immer wieder vor Wahlen Aktionen, um für dieses demokratische Bewusstsein innerhalb und auch außerhalb der eigenen Reihen zu werben.

Der Landesvorstand des Kolpingwerkes Landesverband Bayern beauftragte eine aus allen bayerischen Kolping-Diözesanverbänden zusammengesetzte Arbeitsgruppe Inhalte und Aktionsvorschläge bzw. Hilfen für die Kolpingsfamilien in Bayern zur Vorbereitung auf die Land- und Bezirkstagswahlen 2018 zu erarbeiten.

Da lag die Wiederauflage der erfolgreichen Aktion aus dem Jahr 2013 "WählBar" für alle Beteiligten sehr nahe. Schließlich legte man damals schon mit dieser Aktion den speziellen Schwerpunkt auf die Landtagswahlen. Zahlreiche Kolpingsfamilien in Bayern griffen diese Idee gerne auf und führten sie auch bei den Kommunalwahlen 2014 weiter. Damit sorgten sie vor Ort für den Austausch und Disput der Kandidaten und Kandidatinnen mit den Bürgerinnen und Bürgern. Und mit Fug und Recht kann behauptet werden, dass diejenigen, welche mit der Veranstaltung in Berührung kamen, den Wahlurnen kaum fern blieben sind.

Die Unterlagen und Materialien dienten den 570 Kolpingsfamilien in den sieben bayerischen Diözesanverbänden als Handreichung und Veranstaltungsformat für den unmittelbaren politischen Dialog vor Ort.

Mit pfiffigen Veranstaltungsideen sollen auch 2018 die politischen Ziele der Kandidatinnen und Kandidaten hinterfragt werden. Wer ist „WählBAR“?

Der Mensch muss im Mittelpunkt des politischen Geschehens stehen. Eine Politik, die den Menschen in seiner Freiheit, Selbstbestimmung und Würde ernst nimmt, kann nicht darauf verzichten, christliche Grundwerte zu bejahen und zu verwirklichen. Dieses zeigt sich besonders in einer zukunftsorientierten Gestaltung von Wirtschafts-, Familien-, Sozial- und Jugendpolitik. Für einen Katholischen Sozialverband muss es auch Aufgabe sein, insbesondere die Anliegen der Schwachen zur Sprache zu bringen. Dies schlug sich vor allen Dingen in den von der Arbeitsgruppe auf Landesebene erarbeiteten Positionen nieder. Dabei orientierte man sich in den Schwerpunkten eng am Leitbild des Kolpingwerkes Deutschland.

Nicht alle möglichen Themen konnten dabei aufgrund der Fülle berücksichtigt werden, aber man einigte sich in der Arbeitshilfe auf vier ausgewählte und kolpingspezifische Themenblöcke:

  • Familie - Familien müssen auch in Zukunft Fundament unserer Gesellschaft sein!
  • Gesellschaftliches Engagement - Politisches Engagement fördern - demokratiefeindlichen Tendenzen widersprechen!
  • Bildung - lebenslanges Lernen - Chancen und Perspektiven für alle eröffnen!
  • Miteinander der Generationen - "Generationengerechtigkeit" muss ein politisches Querschnittsthema für alle Lebensbereiche sein

Eigens für die Aktion ist wieder eine Arbeitshilfe erschienen. Diese wurde landesweit an die Kolpingsfamilien verschickt und ist darüber hinaus für eigene Veranstaltungen beim jeweiligen Diözesanbüro in Bayern erhältlich. Auch ist diese Arbeitshilfe "Positionen - Fragen - Aktionen zur bayerischen Landtagswahl 2018" zum Download auf dieser Homepage erhältlich! Weitere Informationen und Materialien folgen ergänzend auf unserer Seite nach, gerne übernehmen wir auch inhaltliche Hinweise, Berichte und weitere Ideen aus den Kolpingsfamilien und Gliederungen des Verbandes.

Die AG Landespolitik ist gespannt auf die weiteren Veranstaltungen in den Kolpingsfamilien, Bezirken und Diözesanverbänden zur Landtagswahl am 14. Oktober 2018 in Bayern.

Wir freuen uns auch auf zahlreiche Fotodokumentationen und Berichte, welche wir dann für alle auf dieser Seite zur Verfügung stellen können!